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Sicherheit von Anfang an

22 Sep.
Karolin Apel und Philipp Haverkamp leiten gemeinsam an der Rea-Einheit an

Aller-Weser-Klinik Verden stärkt Kompetenz in der Versorgung von Neugeborenen

Verden, 22.09.2026 – Die sichere und kompetente Versorgung von Neugeborenen hat in der Aller-Weser-Klinik (AWK) in Verden einen hohen Stellenwert. Das jüngst ins Leben gerufene Schulungsprojekt für das Pflegeteam der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ist erfolgreich abgeschlossen – eine jährliche Wiederholung geplant.

 

Rund 600 Geburten werden jährlich im Verdener Krankenhaus betreut. Die weit überwiegende Zahl der Geburten und die Versorgung der Neugeborenen verlaufen komplikationslos.
Doch wenn es bei einem Neugeborenen zu einer kritischen Situation kommt, sind schnelles und sicheres Handeln entscheidend. Um die hohe Qualität der Versorgung auch in solchen Situationen sicherzustellen, hat die AWK ein umfassendes Schulungsprojekt für das Pflegeteam der Gynäkologie und Geburtshilfe durchgeführt. Die erste Projektphase konnte Mitte August erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Idee für das Schulungsprojekt entstand auf Initiative der Stationsleitung der Gynäkologie und Geburtshilfe im Verdener Krankenhaus, Karolin Apel. Hintergrund sind Veränderungen in der personellen Zusammensetzung des Pflegeteams, unter anderem durch den Rückgang von Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pflegern, die generalistische Pflegeausbildung sowie bevorstehende Renteneintritte.

„Wir merken, dass sich die personelle Zusammensetzung in der Pflege verändert. Der Anteil der Kolleginnen und Kollegen mit einer ursprünglichen Ausbildung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege nimmt ab, gleichzeitig bringt die generalistische Pflegeausbildung neue Rahmenbedingungen mit sich und erfahrene Mitarbeitende verabschieden sich in den Ruhestand. Für uns war deshalb klar: Wir müssen unser Wissen und unsere Erfahrung gezielt weitergeben und gleichzeitig die Handlungssicherheit des gesamten Teams stärken. Aus diesem Gedanken heraus ist die Idee für das Schulungsprojekt entstanden. Unser Ziel ist es, die hohe Qualität der Neugeborenenversorgung auch langfristig sicherzustellen und allen Mitarbeitenden die Sicherheit zu geben, auch in besonderen Situationen kompetent handeln zu können“, führt Karolin Apel aus.

Im Juni starteten die Mitarbeitenden mit dem ersten Durchlauf der Schulung. Im Mittelpunkt standen zunächst das gesunde Neugeborene, die Grundlagen der Versorgung sowie der Aufbau und die Festigung praktischer Handlungskompetenz. Anschließend ging es um Säuglinge mit spezifischen Krankheitsbildern. Dabei wurde das Team durch den erfahrenen neonatologischen Intensivpfleger aus dem Klinikverbund Bremen Mitte, Philipp Haverkamp unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Versorgung des kritischen Neugeborenen und dem sicheren Handeln in Notfallsituationen. Anhand von Fallbeispielen wurden verschiedene Szenarien zunächst gemeinsam besprochen und anschließend praktisch trainiert. Dazu gehörten unter anderem Reanimationsmaßnahmen, das Legen einer Magensonde und einer Venenverweilkanüle, Blutentnahmen sowie das Aufziehen von Notfallmedikamenten.

Neben den medizinisch-pflegerischen Inhalten spielte auch die Begleitung der Eltern eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit den Sterneneltern Niedersachen / Bremen e.V. wurde ein Workshop
durchgeführt, der sich unter anderem mit der Begleitung von Eltern in akuten und belastenden Situationen, dem Schaffen von Erinnerungen, wertschätzender Kommunikation und rechtlicher Fragestellungen beschäftigte.

Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen sowie mit den Sterneneltern wurde von den Teilnehmenden als sehr positiv und bereichernd erlebt. Perspektivisch soll die Schulung jährlich stattfinden, um Wissen und Handlungskompetenz kontinuierlich aufzufrischen und weiterzuentwickeln.

Eine besondere Bedeutung hat die Schulung auch vor dem Hintergrund, dass am Standort Verden keine Kinderklinik vorhanden ist.

„Da wir keine Kinderklinik vor Ort haben, ist es uns besonders wichtig, dass unser Team auch in außergewöhnlichen und kritischen Situationen sicher handeln kann. Gleichzeitig sollen sich Eltern bei uns sicher und kompetent in der Versorgung ihrer Kinder begleitet fühlen. Deshalb ist die regelmäßige Schulung für uns eine echte Herzensangelegenheit“, betont Apel.

Das Projekt verbindet damit fachliche Kompetenz, praktische Handlungssicherheit, interprofessionelle Zusammenarbeit und die einfühlsame Begleitung von Eltern und ihren Neugeborenen.

Die Pilotphase des Schulungsprojektes wird im laufenden Jahr durch die Aller-Weser-Klinik finanziert. Das Projekt soll auch im Jahr 2027 fortgeführt werden und wird auf Initiative des Förderkreises Aller-Weser-Klinik e.V. unter dem Vorsitz von Wolfgang Reichelt finanziell abgesichert.